Projekt „AI Know“ abgeschlossen: Wertvolle Orientierung für Information und Mitbestimmung in der KI-gestützten Arbeitswelt

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) durchdringt heute nahezu alle Bereiche der betrieblichen Organisation und reicht von der Bewerbungsselektion über die Dienstplanung bis hin zur automatisierten Leistungsbeurteilung. Gerade weil solche Systeme Entscheidungen vorbereiten oder sogar automatisiert treffen, stellt sich zunehmend die Frage, wie Transparenz, Kontrolle und Mitbestimmung in einer digitalisierten Arbeitsumgebung gewährleistet werden können und wie sich verhindern lässt, dass sich zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten eine strukturelle Informationsasymmetrie verfestigt.

Vor diesem Hintergrund hat das Research Institute – Digital Human Rights Center im Auftrag der Arbeiterkammer Wien von Juli bis Dezember 2025 das Projekt „AI Know – Information und Mitbestimmung bei KI-basierten Entscheidungen im Beschäftigtenkontext“ durchgeführt. Das Projekt widmete sich der Analyse der Informationsrechte und Mitbestimmungsmechanismen von Arbeitnehmer*innen und Betriebsräten, damit diese besser in der Lage sind, die Einführung und Nutzung solcher Technologien nachzuvollziehen und aktiv mitzugestalten.

 

Projektergebnisse: Theoretisches Fundament trifft auf praktisches Tool

Die Projektergebnisse liegen nun in zwei umfassenden Teilen vor: Den Grundstein bildet ein theoretischer Bericht, der das komplexe Zusammenspiel zwischen dem Arbeitsverfassungsgesetz (ArbVG), der DSGVO, der neuen EU KI-Verordnung (KI-VO) und der Plattformarbeitsrichtlinie systematisch untersucht. Diese Analyse verdeutlicht, wie die verschiedenen Regelungsebenen ineinandergreifen – etwa bei individuellen Auskunftsrechten nach Art 15 DSGVO und Art 86 KI-VO oder kollektiven Mitbestimmungsrechten bei der Einführung neuer Technologien –, identifiziert jedoch auch kritische Rechtsschutzlücken bei der praktischen Durchsetzung.

Darauf aufbauend wurde eine Praxisbroschüre erstellt, die als konkretes Instrumentarium für den betrieblichen Alltag dient. Sie enthält wertvolle Hilfsmittel wie eine KI-Checkliste zur Einordnung von Systemen nach der KI-VO, Tabellen mit den wichtigsten Informationsrechten, ein Prüfschema für nachgelagerte Auskunftsansprüche inklusive Musterformular sowie eine umfangreiche Fragensammlung für den Betriebsrat.

 

Fazit

Die Ergebnisse des Projekts machen deutlich, dass Transparenz eine zentrale Voraussetzung für einen fairen und rechtskonformen Einsatz von Künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz darstellt, da nur dort, wo Informationen über Funktionsweise, Zweck und Auswirkungen solcher Systeme zugänglich sind, auch eine wirksame Kontrolle und Mitbestimmung möglich wird. Mit „AI Know“ liegt daher eine wissenschaftlich fundierte und zugleich praxisnahe Orientierungshilfe vor, die dabei helfen kann, den Einsatz neuer Technologien verantwortungsvoll zu gestalten und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen technologischem Fortschritt und dem Schutz grundlegender Beschäftigtenrechte sicherzustellen.

Hier finden Sie die vollständigen Projektergebnisse zum Download: