Datenschutz im Wandel: Research Institute bei der 12. Jahrestagung Datenschutz
Wie verändern KI, neue europäische Rechtsakte und der Digitale Omnibus die Datenschutzpraxis? Bei der 12. imh Jahrestagung Datenschutz am 20. und 21. Oktober 2026 in Wien brachte das Research Institute seine Expertise in drei Programmbeiträgen ein.
Die europäische Digitalregulierung entwickelt sich laufend weiter. Während neue Rechtsakte zusätzliche Anforderungen an Unternehmen und öffentliche Einrichtungen stellen, soll der Digitale Omnibus bestehende Regelungen vereinfachen. Zugleich gewinnen Fragen nach digitaler Souveränität und dem verantwortungsvollen Einsatz künstlicher Intelligenz an Bedeutung.
Diese Entwicklungen standen im Mittelpunkt der diesjährigen Jahrestagung Datenschutz, die Fachleute aus Recht, Wirtschaft, Verwaltung und Forschung zusammenbrachte. Das Research Institute war mit Mirjam Tercero, Heidi Scheichenbauer und Christof Tschohl vertreten.
Digitale Souveränität im Zeitalter von KI und Cloud
In ihrer Keynote „Digitale Souveränität: Europas Weg zur Selbstbestimmung im Zeitalter von KI und Cloud“ widmete sich Mirjam Tercero der Frage, wie Europa seine digitale Selbstbestimmung stärken kann.
Dabei standen Datenhoheit und technologische Resilienz im Zusammenhang mit der DSGVO und den europäischen Digitalrechtsakten im Fokus. Angesichts wachsender Abhängigkeiten von globalen Technologieanbietern stellt sich zunehmend die Frage, welche rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen notwendig sind, um die Kontrolle über Daten und digitale Infrastrukturen zu erhalten.
Digitaler Omnibus: Entlastung oder neue Rechtsunsicherheit?
Heidi Scheichenbauer beschäftigte sich in ihrem Vortrag „Omnibus und Datenschutz: Kommt die regulatorische Entlastung?“ mit den geplanten Änderungen der europäischen Digitalgesetzgebung.
Im Mittelpunkt standen die möglichen Auswirkungen auf die Arbeit von Datenschutzbeauftragten und die Frage, ob regulatorische Vereinfachungen tatsächlich zu einer Entlastung führen oder neue Rechtsunsicherheiten schaffen.
Gerade im Zusammenspiel von Datenschutz, KI und Datenregulierung wird deutlich, dass weniger komplexe Vorschriften nicht zwangsläufig weniger Verantwortung bedeuten. Entscheidend bleibt, wie sich die vorgesehenen Änderungen in der Praxis umsetzen lassen und welche Auswirkungen sie auf den Schutz personenbezogener Daten haben.
Welche Fachkräfte braucht der Datenschutz von morgen?
Christof Tschohl, Wissenschaftlicher Leiter des Research Institute, beteiligte sich an der interdisziplinären Diskussionsrunde „Fachkräfte gesucht – Wer macht morgen Datenschutz und Patentrecht?“.
Die Diskussion widmete sich den Veränderungen juristischer und technischer Berufsbilder durch künstliche Intelligenz. Im Fokus standen neue Kompetenzanforderungen, die Bedeutung interdisziplinärer Qualifikationen und die Frage, wie Aus- und Weiterbildungsangebote mit der technologischen Entwicklung Schritt halten können.
Gerade im Datenschutz zeigt sich, dass rechtliche Expertise zunehmend durch technisches Verständnis ergänzt werden muss.
Datenschutz braucht eine interdisziplinäre Perspektive
Das zweitägige Fachprogramm behandelte darüber hinaus aktuelle Entwicklungen der europäischen Rechtsprechung, den Cyber Resilience Act sowie den Einsatz künstlicher Intelligenz in sensiblen Bereichen wie der automatisierten Bewerberauswahl.
Die Themen der Jahrestagung verdeutlichen, wie eng Datenschutz, KI-Regulierung und IT-Sicherheit mittlerweile miteinander verbunden sind. Für Organisationen bedeutet das, regulatorische Entwicklungen nicht isoliert zu betrachten, sondern ihre Auswirkungen auf bestehende Prozesse und Verantwortlichkeiten mitzudenken.
Mit seiner Beteiligung an der 12. Jahrestagung Datenschutz unterstrich das Research Institute seinen interdisziplinären Forschungs- und Beratungsansatz im Bereich digitaler Grundrechte.
Weitere Informationen und Impressionen der Veranstaltung:
https://www.imh.at/konferenzen-seminare/jahrestagung-datenschutz-2026